Juni 2026 – Viel zu warm und leicht zu trocken
Neuer Allzeit-Temperaturrekord
Mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von 19,7 Grad Celsius liegt ein viel zu warmer Juni hinter uns. Damit gab es heuer den zweitwärmsten Juni seit Aufzeichnungsbeginn 2007. Noch wärmer war bisher nur der Juni des Jahres 2019 mit einer mittleren Temperatur von 20,8 Grad. Das langjährige Temperaturmittel der Jahre 1961 bis 2025 wurde in diesem Jahr um knapp vier Grad überschritten. Im Vergleich zum Referenzzeitraum der Jahre 2007 bis 2025 war es immerhin um 2,2 Grad zu warm.
Außergewöhnliche Hitzewelle ab dem 19.06.2026
Während die erste Monatshälfte recht durchwachsen und größtenteils sogar leicht zu kühl verlief, startete ab dem 19.06.2026 eine markante Hitzewelle. Vom 19.06. bis 29.06.2026 wurde die 30-Grad-Marke elf Tagen in Folge teils deutlich geknackt, was für den Monat Juni rekordmäßig ist. Eine derart lange Hitzephase im Juni gab es bisher seit Messbeginn 2007 noch nie zuvor. Der Höhepunkt der Hitzewelle wurde am 28.06.2026 erreicht, als nachmittags eine sagenhafte Höchsttemperatur von 36,3 Grad in Eggerszell verzeichnet werden konnte. Damit wurde nicht nur ein neuer Juni-Temperaturrekord registriert, sondern außerdem ein neuer Allzeit-Temperaturrekord gemessen. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Eggerszell im Jahr 2007 war es bisher noch nie so heiß wie heuer am 28.06.2026. Der bisherige Hitzerekord vom 07.08.2015 mit damals 35,9 Grad wurde somit in den Schatten gestellt. Der bestehende Juni-Temperaturrekord von 33,6 Grad aus dem Jahr 2019 wurde sogar regelrecht pulverisiert. Außerdem konnte am 28.06.2026 mit 29,0 Grad die höchste Tagesmitteltemperatur seit Messbeginn vermeldet werden. Einen Tag zuvor war es am 27.06.2026 mit maximal 35,8 Grad nur etwas weniger heiß. Auch die Nächte gingen während der elftägigen Hitzeperiode äußerst lau vonstatten. Vom 26.06. bis 29.06.2026 sank die Temperatur vier Nächte in Serie nicht unter 20 Grad. Damit gab es vier sogenannte Tropennächte in Folge, was absolut bemerkenswert ist. Von einer Tropennacht spricht man in der Meteorologie dann, wenn die nächtliche Tiefsttemperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Der Grund für die extreme Hitze war eine starke südwestliche Höhenströmung über Mitteleuropa, welche zwischen einem dominierenden Hochdruckgebiet und einem Tiefdruckkomplex über dem Atlantik in Gang gesetzt wurde. Es wurde damit tagelang eine sehr heiße Luftmasse aus Nordafrika angezapft, welche über Spanien und Frankreich nach Deutschland gelangte.
Neue Allzeit-Temperaturrekorde auch an Stationen mit sehr langen Messreihen
An der amtlichen Wetterstation in Straubing, betrieben vom Deutschen Wetterdienst, wurde am 28.06.2026 mit 38,2 Grad die höchste Temperatur seit Aufzeichnungsbeginn 1949 gemessen. Der bestehende Hitzerekord aus dem Jahrhundertsommer 2003 mit 37,7 Grad konnte damit in der Gäubodenstadt um ein halbes Grad überboten werden. Die amtliche Wetterstation in Regensburg, wo bereits seit dem Jahr 1879 Wetterdaten erfasst werden, meldete am 28.06.2026 mit einer Höchsttemperatur von 39,5 Grad ebenfalls einen neuen Allzeit-Temperaturrekord. Die höchste Temperatur ostbayernweit wurde am 28.06.2026 in Schwandorf in der Oberpfalz mit 39,7 Grad verzeichnet, was dort ebenfalls einen neuen Hitzerekord bedeutete. In Schwandorf wird vom Deutschen Wetterdienst bereits seit dem Jahr 1951 ununterbrochen aufgezeichnet. Sämtliche Wetterstationen im östlichen Bayern mit teils über 70-jähriger Messreihe zeichneten neue Allzeit-Temperaturrekorde auf. Es lässt sich somit eindeutig belegen, dass der 28.06.2026 der heißeste Tag seit Messbeginn in Ostbayern war. Selbst die Rekorde aus dem Jahrhundertsommer 2003 wurden haufenweise getoppt.
Die tiefste Temperatur des Monats stammt aus den Morgenstunden des 16.06.2026 mit 7,6 Grad. Den tiefsten Tagesdurchschnitt erzielte mit nur 10,8 Grad der 11.06.2026. Bis zum 16.06.2026 verliefen, im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt, lediglich vier Tage zu warm. Ansonsten fiel die erste Monatshälfte auf weite Strecken unterkühlt aus. Die durchschnittliche Minimaltemperatur betrug 14,1 Grad und die mittlere Höchsttemperatur belief sich auf 25,3 Grad. Es kam zu 15 meteorologischen Sommertagen über 25 Grad, welche nahezu ausschließlich in der zweiten Monatshälfte auftraten. Die 30-Grad-Marke wurde an 11 Tagen überschritten. Für über 35 Grad reichte es an zwei Tagen. An neun Tagen wurde die 20-Grad-Marke in der ersten Monatshälfte nicht überschritten.
Niederschlagstechnisch schloss der diesjährige Juni mit einer Gesamtmenge von 82,0 Millimetern leicht zu trocken ab. Normalerweise fallen am Standort Eggerszell im Juni nämlich knapp 100 Liter Regenwasser pro Quadratmeter. Messbare Regenmengen gab es immerhin an 18 Tagen. Ein Großteil des Niederschlags, nämlich 63 Millimeter, fiel in der ersten Monatshälfte. Der niederschlagsreichste Tag war mit 14,6 Millimetern der 12.06.2026. Den bisher nassesten Juni seit Aufzeichnungsbeginn erlebten wir übrigens im Jahr 2013, als es satte 157 Millimeter Niederschlag gab. Am wenigsten Regen brachte hingegen mit nur 14,0 Millimetern der Juni im Jahr 2019.
Zur stärksten Windböe kam es mit 58 Kilometern pro Stunde am späten Abend des 08.06.2026. Die mittlere Windgeschwindigkeit betrug dabei 7,7 Kilometer pro Stunde, was leicht unter dem langjährigen Mittel liegt. Der windigste Tag war mit einem Windmittel von 14,5 Kilometern pro Stunde der 13.06.2026. Mit insgesamt 253 Sonnenstunden liegt ein sonnenscheinreicher Monat zurück. Es gab nämlich etwa 30 Sonnenstunden mehr als üblich. Der sonnigste Tag des Monats war der 28.06.2026, als 13 Stunden und 58 Minuten lang die Sonne schien. Die stärkste Globalstrahlung (Sonneneinstrahlung) konnte am frühen Nachmittag des 14.06.2026 mit 1238 Watt pro Quadratmeter aufgezeichnet werden. Der Durchschnittswert der Globalstrahlung betrug dabei 386 Watt pro Quadratmeter. Die Globalstrahlung bezeichnet die Summe aus direkter Solarstrahlung und Diffusstrahlung, welche horizontal auf der Erdoberfläche auftritt. Der höchste UV-Index wurde mit einem Wert von 7,2 in Eggerszell ebenfalls am Nachmittag des 14.06.2026 verzeichnet. Ein UV-Index von über 7 stellt für den Körper eine hohe Belastung dar. Der UV-Index beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Je höher der UV-Index ist, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten. Der UV-Index wurde von der WHO (Weltorganisation für Meteorologie) definiert und ist weltweit einheitlich.
Ihr Martin Bohmann

